Projekt Survival-Kit Germany

„Auf was muss ich achten, wenn ich einen Vertrag unterschreibe?“, „Wie funktioniert das hier mit der Mülltrennung?“, „Wie kann ich meine Mietnebenkosten senken?“, „Wie eröffne ich ein Bankkonto?“

In Sprachklassen, Asylcafés und Helferkreisen tauchen immer wieder wichtige Fragen und Probleme seitens der Geflüchteten und MigrantInnen auf, die das alltägliche Leben in Deutschland betreffen. Das Leben in Deutschland unterscheidet sich für viele Geflüchtete und MigrantInnen von dem, was sie aus ihrem Leben in ihren Herkunftsländern gewohnt sind. Das führt zu Verwirrung und manchmal zur Hilflosigkeit und hin und wieder auch zu Konflikten mit den Nachbarn oder Vermietern.

Das Projekt Survival-Kit Germany beantwortet viele Fragen und stattet Geflüchtete und MigrantInnen mit lebensnahen, praktischen Tipps aus. Dieses Wissen soll sie dabei unterstützen die Probleme, welche ihnen im Alltag begegnen, selbstständig zu lösen. Das Survival-Kit Germany gibt somit Orientierung, überwindet Barrieren und leistet Hilfestellungen für Geflüchtete und MigrantInnen.

Wie läuft das Projekt ab?

In einem ersten Schritt werden Geflüchtete und MigrantInnen, die bereits Deutsch sprechen, in verschiedenen Themenbereichen geschult und zu MultiplikatorInnen ausgebildet. Dabei erarbeiten wir gemeinsam praktische Lebenstipps für Geflüchtete und MigrantInnen, die noch nicht so gut Deutsch sprechen. Im zweiten Schritt geben die geschulten MultiplikatorInnen ihr Wissen in verschiedenen Sprachen weiter. Das erfolgt durch einen Workshop in Sprachklassen, Unterkünften und Helferkreisen, sowie in anderen ähnlichen Einrichtungen.

ExpertInnen aus folgenden Institutionen führen die Schulungen der MultiplikatorInnen durch:

-VerbraucherService Bayern im KDFB e.V.
-Gemeinsam leben und lernen in Europa e.V.
-Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation, Universität Passau
-Abteilung Internationales und Studierendenservice, Universität Passau

Wer kann mitmachen?

Jeder, der mit Geflüchteten und MigrantInnen arbeitet oder arbeiten möchte und sein Wissen in verschiedenen Sprachen weitergeben will, um die Integration unserer neuen Mitbürger und Mitbürgerinnen zu erleichtern. Hier könnt Ihr Euch in der Integrationsarbeit ehrenamtlich engagieren, Kontakte knüpfen, kommunikative Fähigkeiten stärken, sowie einen Workshop entwickeln und durchführen.

Das bringst du mit:

-Mindestens drei Jahre Aufenthalt in Deutschland
-Mindestens C1 Niveau
-Hohes Vertrauen an das deutsche Gesellschafts- und Wirtschaftssystem
-Als Muttersprachler entweder in Arabisch, Persisch (Farsi/Dari), Kurdisch, Englisch, Französisch, Türkisch, Russisch, o.ä.
-Verfügen über Migrationshintergrund, Empathie und Offenheit
-Freude und Talent an der Vermittlung von teils komplexem, alltagswichtigem Wissen
-Sicheres Auftreten als Referent vor einer Gruppe

Diese Kriterien sind kein Muss, aber vorteilhaft für die erfolgreiche Teilnahme am Projekt.

Unsere Themen:

-Arbeit und Beruf (10. November 2018)
-(Handy-)Verträge (24. November 2018)
-Bankgeschäfte und Versicherungen (01. Dezember 2018)
-Mietrecht und Wohnen (15. Dezember 2018)
-Interkulturelle Schulung (12. Januar 2019)
-Workshop gestalten (26. Januar 2019)

Die erste Ausbildungsrunde der MultiplikatorInnen ist nun abgeschlossen. Unsere sieben ehrenamtlichen MultiplikatorInnen aus Syrien, Russland, Tadschikistan und Frankreich freuen sich nun auf ihren ersten Probeeinsatz in den Sprachklassen der ESG. Dank einer Spende vom Verein BookAid Passau – Helfen durch Bücher e.V. können die MultiplikatorInnen für Ihren Aufwand einen kleinen Bonus bekommen, wenn sie Ihre eigenen Workshops halten.

 Du hast Interesse oder Fragen?

Die Termine für die ersten Workshops in verschiedenen Sprachen werden demnächst bekannt gegeben.

Eine zweite Ausbildungsrunde findet frühstens ab Oktober 2020 statt.

Wenn Du Interesse am Projekt hast und/oder teilnehmen möchtest, kannst Du dich jeder Zeit mit Deinen Anregungen und Fragen oder deiner Anmeldung wenden an:

Maren Lorenzen-Fischer
Projektkoordination
survival-kit@esg-passau.de

Inhaltliche Unterstützung erhält das Projekt vom Evangelischen Bildungswerk Regensburg e.V.
Das Projekt wird durch den DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.